Schaeffer siegt im Stechen - Eberl hervorragende Dritte
Die 23jährige Französin Jade Schaeffer sorgte mit ihrem Sieg nach Stechen für die Überraschung der HypoVereinsbank Ladies German Open 2009 presented by Audi
Martina Eberl (München) lag bis zur 12. Bahn noch auf Siegkurs, aber die 13 brachte ihr kein Glück: An diesem Loch musste sie ein Doppelbogey notieren und fiel auf Rang drei zurück, auf dem sie das Turnier auch beendete. Doch die 7.000 Zuschauer, die am Sonntag den Weg in den Golfpark Gut Häusern gefunden hatten, zollten ihr uneingeschränkten Beifall. Zwischen Schaeffer und Eberl schob sich die Spanierin Paula Marti.

Bei hohen Temperaturen gaben die Profi-Spielerinnen eine Gala-Vorstellung. Schaeffer und Marti lagen nach vier Runden mit 275 Schlägen (-13) gleichauf. Am ersten Extra-Loch gelang Schaeffer ein sensationeller, dritter Schlag, mit dem sie den Ball 30cm an die Fahne legte und nur noch einen Tap-in zum Sieg hatte. Marti hatte zwar noch die Chance eine Fortsetzung des Stechens zu erzwingen, doch ihr Birdie Putt aus rund vier Metern verfehlte das Ziel knapp.

Martina Eberl, konnte nicht an die guten Leistungen der Vortage anknüpfen. Mit 73 Schlägen (+1) kam sie ins Clubhaus und teilte sich den dritten Platz mit Melissa Reid. Die Engländerin spielte eine solide 70er Runde (-2). „Ich dachte nach meinem Doppelbogey nicht mehr, dass ich noch Chancen auf den Sieg habe“, erklärte Eberl. „Als ich auf das 18. Grün kam, sah ich zum ersten Mal auf das Leaderboard und erkannte, dass ich mit einem Birdie noch ins Stechen kommen würde. Leider rollte der Ball knapp am Loch vorbei. Deshalb war ich anfangs etwas enttäuscht, aber jetzt freue ich mich über das Endergebnis, “ so Eberl weiter.

Noch viel mehr jubelte Jade Schaeffer, der Eberl nach dem Siegesputt eine Sektdusche verpasste: „Ich bin so glücklich über meinen ersten Sieg auf der Ladies European Tour und widme ihn meinem Vater, der im Himmel ist.“ Er hatte sie zum Golfsport gebracht und immer wieder bestärkt ihre Karriere fortzusetzen. Ihren ersten Erfolg feierte sie 2005, als sie Europameisterin bei den Amateuren wurde. Ein Jahr später wagte sie den Sprung ins Profilager, doch es dauerte bis gestern, ehe sie einen ersten Sieg feiern konnte. Eine 13jährige Deutsche hatte einen großen Anteil daran: „Zu Beginn dieser Saison wollte mein Caddy ein höheres Gehalt und das konnte ich mir nicht leisten“, so Schaeffer. In Gut Häusern wurde sie daher von der Schülerin Sophie von Fischer aus Regensburg begleitet. „Sie hat einen ganz tollen Job gemacht und ich werde ihr den Anteil am Preisgeld überweisen“. Sich selbst will sie einen bescheidenen Wunsch erfüllen: Ich möchte schon lange eine RayBan Brille, die kaufe ich mir jetzt.“

Über den Kampf um den Sieg durch Martina Eberl, gingen die hervorragenden Leistungen der weiteren deutschen Spielerinnen etwas unter. Mit 281 Schlägen (-7) belegten Katharina Schallenberg (Lengerich) und Anja Monke (Hannover) den geteilten 10. Rang. Bettina Hauert (Hagen) beendete das Turnier mit 285 Schlägen (-3) auf dem 23. Rang.

Deutlich übertroffen wurde die Zuschauerzahl des letzten Jahres: Insgesamt kamen an den Turniertagen 21.300 Besucher, um die Damen auf ihren Runden zu beobachten. Turnierpräsident Andreas Wölfer (Vorstandsmitglied HypoVereinsbank) war überaus zufrieden mit diesem Ergebnis. „Unser Ziel war es, in diesem Jahr zumindest die gleichen Zuschauerzahlen zu erreichen, wie 2008. Wir sind sehr stolz, dass wir sie noch toppen konnten. Es zeigt uns auch, welches Interesse am Damen-Golf besteht und dass wir vor drei Jahren die richtige Entscheidung getroffen haben, das Unternehmen HypoVereinsbank Ladies German Open anzugehen“, berichtete Wölfer.

UniCredit
Sponsoren UniCredit Ladies German Open